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   30. November 2011

„Deutschland-Stipendium“ ist nach wie vor der falsche Ansatz!


Christian Toth„Das so genannte ‚Deutschland-Stipendium‘ ist nichts anderes als ein Elite-Stipendiensystem, was zum aller größten Teil diejenigen fördert, deren sozialer Hintergrund ein besserer ist“, so Christian Toth, Fraktionssprecher der Juso-Hochschulgruppe im Studierendenparlament der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), vor dem Hintergrund, dass nur 20 Prozent der 100 geförderten Studierenden der JGU auch BAföG beziehen. „Die Juso-Hochschulgruppen haben von Anfang an starke Bedenken geäußert – diese haben sich auch bestätigt!“

Problematisch sei auch, so Christian Toth, dass die durch das Deutschland-Stipendium der JGU zusätzlich entstandenen Kosten etwa bei der Einwerbung der Stipendien oder bei der Verwaltung nur zu etwa 10 bis 15 Prozent gedeckt sind. „Bundesbildungsministerin Schavan hat hier etwas durchgesetzt, was bei den klammen Unis zu noch höheren Belastungen führt“, macht Christian Toth deutlich. „Wir halten das 'Deutschland-Stipendium' nach wie vor für den falschen Ansatz und halten einen weiteren Ausbau des BAföGs für deutlich sinnvoller und sozial gerechter!“, so Christian Toth abschließend.

 

Hintergrund: Das Deutschland-Stipendium ist aus dem von Bundesbildungsministerin Anette Schavan geplanten Nationalen Stipendienprogramm hervorgegangen. Ursprünglich war vorgesehen, dass sich der Bund und die Länder zu jeweils 25 Prozent an den Kosten beteiligen; die restlichen 50 Prozent sollten von Hochschulen bei privaten Geldgebern eingeworben werden. Wegen des Widerstandes der Bundesländer sind nun die Länder an der Finanzierung nicht mehr beteiligt, sondern der Bund trägt 50 Prozent der Kosten. Auch war ursprünglich eine Förderquote von 10 Prozent aller Studierenden angestrebt; mittlerweile hat sich diese Quote auf maximal 0,45 Prozent verringert.